Politische Blätter



Amalso 7

Amalso schreibt auch in Gedichten…hier die zwei letzten:


In  Zeiten der Gärten

In Zeiten, in denen wir Blumenkränze
winden wollen.
Biergartentänze vollführen.
Schnappblicke uns zuwerfen.
Aus Gärten der Semiramis Wasser schöpfen,
Als brächten sie eine gute Ader
Aus den Bergen herunter
Zum Brunnen des Dorfheiligen.
Am Nil uns wärmen,
In alter Fülle.
In diesen Zeiten
Voller Blick
Für alles andere da
Vor uns in grüner Erde
und in die rote Ferne.

In diesen Zeiten bleiben uns die Nachrichten
In fremder und in eigner Sprache
In den Ohren hängen wie
raunender Tinitus

Beständig und unaufhörlich
Künden sie
In Ziffern und Zeichen
Schwer zu verstehen
Von blutigen Schlachten
Und permanenter Revolution
Im Dienste der Gärten,
Die uns eben genommen werden



Der Fischer vom Manzala-See

Im Winter in beizender Kälte,
im Wasser – wenn man es so nennen kann;
im Sommer bei brennender Hitze,
im flachen See.
Immer mit scharfem Gesichtsschutz gegen Licht und Kälte
Und doch im beständigen Flimmern der Wellen.
Schwarzes Wolltuch mit runden Löchern über Mund und Augen.
So aus dem Wasser blickend setzen sie die Zeichen ihrer Körper.

Fischer, so als Bildzeichen nur uns bekannt,
erzählend von suizidalen Killern.
Künstliche Psyche, längst beendete Religion, 
die wir nicht kennen.
Wo sind wir?

Jetzt eben sind wir
beim Fischer im Manzala-See,
gespeist vom Wasser des Nil
und von den Abwässern der Millionenstädte daselbst.
Wo sind wir?
Vor Port Said am östlichen Mittelmeer.
Wie viele?
80 000 täglich im Wasser unter wechselnden Bedingungen
mit Netzen vertäut an kleinen Booten.

Zwölf Stunden nach Fisch greifen,
wenn man ihn findet,
und abends eine Zigarette
oder ein Joint
oder die Glut einer Wasserpfeife,
stilles Husten
auf der Bootsbrücke nach untergegangener Sonne.

Wo sind wir?
An Land zurück in Matariyya,
Fischmarkt  am See.
Hier noch verfolgt von den Schwarzen,
die man so nennen muss,
weil schwarz und lang sind ihre Bärte,
schwarz wie – so behaupten sie – der Bart des Propheten.
Vertreter des bartlosen Ölprinzen der Wüste,
Spenden und Todschlägerbälle,
im Schilfversteck.
In der Wasserwelt des Manzala-Sees vor Port Said. 

Verfolgt von wegen der Unreinheit.
Der Fischer verklagt,
weil er nicht überzeugt ist vom Traum der neuen Welt,
nicht an der goldenen Speisung teilhat der Limousinen,
 Nevada, oder vom Mythos des Tellerwäschers von New York,
von jenem, der Eigner wurde eines der vielen Wolkenkratzer,
von denen zwei erst kürzlich in Staub sich auflösten.
Verfolgt, weil er von Schwarz spricht - wie einmal gesehen –,
als von den Millionen in den Gefängnissen,
 in Colorado…Las Vegas… und so vielen anderen Orten…

Verfolgt, weil er auf die Reinheit pfeift,
die die Schwarzbärtigen verkünden,
jene, die nie nach einem Fisch im Wasser
– und wenn es noch so viele gäbe –
greifen müssen, jene…,
jene, die essen den Fisch, auch wenn’s Gift darin
kaum noch wegzureden ist.

Sie verfolgen ihn ohne Gnade.
Und doch, er betet innig zum Gott,
in der Linie auf dem 12-Mann-Boot
unter der Wäscheleine, unter Brüdern,
unterm Segeltuch,
unter weißem Himmelstuch im ewigen Blau.
Die purpurne Sichel der Sonne im Rücken
noch weit überm Meer erkennbar
und auf der anderen Seite, vor sich das dunkle Weinrot,
 im Angesicht sich spiegelnd,
betet er für die Hoffnung auf ein besseres Leben,
ein Sein,
eine Welt,
in der er ist, wir da sind…

Sie verfolgen ihn, weil er erkennt
ihre Worte als  Falschheit,
erkennt sie am Lohn, den sie ihm geben,
und an der Kargheit dessen,
was sie als Gabe Gottes bezeichnen,
für ihn,  den Dummen, der im Wasser die Fische fängt.
Und doch, als ob er schon Teller wäscht,
von New York
träumt er
in der Gülle von Kairo und von Port Said.

Amalso - 6

Amalso war davon überzeugt, dass es in der schönen Literatur eigentlich nur um eines geht, um eine Enzyklopädie des Ich. Nein es ist nicht so, wie unsere großen Zeitgenossen es meinen, Leute wie Walser, Delius und andere, dass bei großer Literatur, das „Ich“ weggedrückt werden müsse, sie verweisen da immer auf  Goethe und Mann (Thomas), natürlich nicht auf „Bin“ von Max Frisch, wo das Wegdrücken seiner Selbst zur Kunst gerinnt. Vielleicht meinen sie ja doch eben, dass Frisch auch ein Meister des Nicht-Wegdrückens war, dem man sich insgeheim anschließen könne, um dann letztendlich doch dem steifen Geschmack der neuen Bürgerlichkeit Rechnung tragen zu können. 
Amalso war der Meinung, … im Ernst, und nur um Ernst geht es in einer Zeit, da der durch Rücktritt geläuterte Präsident des „Inlandgeheimdienstes“ nichts, davon weiß, dass ein untergeordneter Abteilungsleiter just an dem Tag, an dem die Bundesanwaltschaft … „Der Beamte ordnete die Aktenvernichtung exakt an dem Tag an, als die Bundesanwaltschaft in dem Fall zu ermitteln begann.“ (NZZ, vgl. Amalso 4)… Oh, wie sehr vermisse ich diesen Satz in allen Verlautbarungen, die seit dem letzten Samstag an mein Ohr dringen! Er zeigt, dass Departmentalisierung zwar ungleich Demokratisierung ist, aber doch mal die Demokratie retten kann, wenn sie will…
Amalso, man nehme es ihm nicht übel, er vermischt die Dinge gerne, es geht aber um Ernst, bitteren Ernst, vor allem, wenn es um die „Enzyklopädie des Ichs“ geht. Amalso meint, daran müsse er arbeiten. Wie? Er weiß es noch nicht, er versteht sich als Zyniker und weiß deshalb nicht, wie er dem Ich beikommen kann. Vielleicht erst einmal ein paar Zeilen unter „Die Enzyklopädie des Ichs“ einstellen, ähnlich wie „Die Wiedererfindung des Altertums“? … Schritt für Schritt für Schritt …

Amalso - 5

Nachrichten zur Wiedererfindung des Altertums

In meinem schon recht langen Leben bin ich immer wieder auf geistreiche, hoch interessante, weltbewegende Arbeiten – nicht nur von besonders religiös orientierten christlichen und jüdischen Autoren – gestoßen, die die moderne Gegenwärtigkeit der alten Geschichte, der ägyptischen, der jüdischen, der griechisch-römischen Geschichte behaupten. Ich habe das immer so gesehen, als ginge es dabei  in der Sozial- und Kulturwissenschaft um eine allgemeine Rückbesinnung auf die Tradition als Mittel dafür, die Antinomien in der gegenwärtigen Welt besser begreifen zu können. Je näher man dem Altertum kam, so dachte ich, je intensiver wird man dabei den Bruch, die Distanz unserer Zeit zur alten Geschichte spüren. Man wird herausarbeiten können, wie stark wir daran arbeiten müssen, das gewonnene Terrain der Freiheit zu verteidigen und den wirklichen Gewinn schätzen zu lernen, den „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, die Parolen der Französischen Revolution, brachten.

Dass es dabei auch um die umgekehrte Perspektive gehen könnte, nämlich dass das Altertum nicht nur als der überwundene Fluch der Geschichte begriffen werden könnte, habe ich nicht so recht verstehen können. Spätestens jedoch als französische Philosophen – allerdings natürlich offen erst und verständlich im Sog der islamischen Revolution im Iran – vom modernen Fortleben des Kampfes zwischen „Prophet und Pharao“ – Khomeini und der Schah – sprachen, entstand ein zunächst sehr schwach entwickeltes Bewusstsein, darüber, wie gefahrenvoll es für die moderne „Freiheit“ wäre, wenn man sich prinzipiell in die inneren Widersprüche des Altertums soweit vertiefen möchte, dass sie auch für die Moderne als unausweichlich gelten könnten. Schlimm, wenn man heute begänne, mit dem Bild der Antike, eine Wiedererfindung zu betreiben, mit der die rohe Macht im Kampf mit den um sie herum figurierten Zirkeln - im weitesten Sinne wirtschaftliche, religiöse, ethnische, nationale etc. – sich letztendlich nur selbst zu bestätigen habe. Ja, dass diese Wiedererfindung der Antike eben zu nichts anderem von Nütze sei, als der bloßen, global kursierenden Macht unserer Tage Flügel zu geben.

Gestern nun hat Arrigo Levi im ‚Corriere della sera‘ das Buch eines in die Grundfragen unserer Zivilisation eingreifenden griechisch-römischen Archäologen besprochen, das Buch des als Italiener naturalisierten Franzosen Louis Godart, das - so schien es mir - auf den Aspekt der Wiedererfindung der Antike neues Licht zu werfen geeignet ist: La Liberta fragile (Die zerbrechliche Freiheit). L’eterna lotta per i diritti umani. (Mondadori). Die Besprechung ist mit einem aufrüttelnden Abbild des Gemäldes „La presa della Bastiglia“ (1928) des Malers Henri-Paul Perrault (1867-1932) bestückt, aufrüttelnd, weil es eine im Tumult siegreich Arme und Fahnen hebende, dunkle Menschenmasse zeigt, dahinter eine im Licht noch ungebrochen helle mittelalterliche Festung. Nähme man das Plakative dieses Bildes als eine zur Problemlage des Buches parallel liegende Aussage, so wäre es keineswegs abwegig, es als die Nachricht von der lichten Beständigkeit der Festung der Antike zu nehmen. So lässt man sich täuschen und liest einen Text schon mit einem tiefen Vorurteil behaftet: Will man vielleicht hier das Europa von heute verteidigen, sicher, meint aber zugleich man könne es nur, wenn man mit Macht der Zerbrechlichkeit der Menschenrechte Rechnung trage, ja sie in Kauf nehme?

Mein Italienisch ist eben nicht so gut, dass ich auf den ersten Blick schon bemerkt hätte, dass das Buch und sein Rezensent, eine ganz andere Absicht verfolgen. Überschriften wie Diritti umani, un sogno fragile (dick), darunter „Un patto tra gli Stati per liberare l’umanità dalle guerre“ nahm ich als oberflächlich und deshalb nicht wörtlich. Liest man die Rezension aber genauer, so wird deutlich: Es geht um unser Europa, es geht um den langen Kampf für das Freiheitsrecht der Individuen und der Völker, der als Folge der beiden Großen Revolutionen (Amerika und Frankreich) in der Europäischen Konvention vom 4. November 1950 zu Rom eine erste große Synthese fand. Zerbrechlichkeit der Menschenrechte und der Freiheit, sei dadurch gegeben, dass es keine Errungenschaften in der Geschichte gebe, die nicht zurückdrehbar wären. In Fakt, die Durchsetzung der Menschenrechte in Europa und der Prozess hin zur  Europäischen Konvention seien von vorbereitenden Bewegungen begleitet worden, die in die beiden großen Weltkriege mündeten. Daraus zieht Godart, immer nach Meinung des Rezensenten Levi, die Lehre, dass die Freiheit zerbrechlich ist, weil wir nie aufhören werden, das einmal erreichte Terrain gegen Ignoranz und Intoleranz verteidigen zu müssen. So meint denn auch der Rezensent, dem Autor dafür danken zu müssen, dass er  den vollen Glanz der hellenischen Zivilisation und sein historisches Wirken ausgebreitet habe. Er habe Ursprung und Geschichte des ewigen Kampfes für die Menschenrecht zu einem starken Motiv der Reflektion über die die gegenwärtigen Bedrohungen der Freiheit ausgebreitet.

So scheint es eben: Eine Antinomie der Kantischen Utopie des Völkerfriedens ist, dass sie verteidigt werden muss. Kann man eine solche Absicht unter den Blickwinkel einer verschwörerischen, revisionistischen Wiedererfindung des Altertums stellen?

Das Buch von Louis Godart, La libertà fragile, 144 Seiten, Mondadori, 17 € ist auf die Liste derjenigen, demnächst in Italien zu erstehenden Bücher gesetzt.

(Amalso)

    


Amalso - 4

Samstag, 30. Juni 2012


Das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln ermittelt wegen der Vernichtung von Rechtsextremismus-Akten nach Bekanntwerden der Mordserie von Neo-Nazis. Gegen den verantwortlichen Referatsleiter des deutschen Inlandgeheimdienstes laufe ein Disziplinarverfahren, er werde befragt und sei auf einen anderen Posten versetzt worden, hiess es am Donnerstag in Sicherheitskreisen. Der Beamte habe im November 2011 die Vernichtung von sieben Akten der sogenannten „Operation Rennsteig“ angeordnet, die sich gegen den rechtsextremen „Thüringer Heimatschutz“ richtete. Der Beamte ordnete die Aktenvernichtung exakt an dem Tag an, als die Bundesanwaltschaft in dem Fall zu ermitteln begann.

Neue Züricher Zeitung, Seite 6.

Fragen eines heute mal NZZ-lesenden, erstaunten Nachzüglers: Was wollte der Beamte mit der Aktenvernichtung verbergen, welche Doppelstrukturen staatlichen Handelns deuten sich da an, wo sind die parlamentarischen Kräfte, die sich mit der Kontrolle des sog. ‚Inlandgeheimdienstes‘ befassen? Wogegen richtete sich die „Operation Rennsteig“ (Auftrag)? Wann sprechen endlich die Wissenden, die die wirklich Konkretes wissen, in der Öffentlichkeit, und wann werden sie vernommen? Ja, ach wo ist diese Öffentlichkeit? In der schweizer NZZ Kurznotiz auf Seite 6, wo in der deutschen Presse? Und vieles mehr….





Amalso - 2


Die "Syrische Eröffnung"

An der Politik kommt man als Radiohörer nicht vorbei, besonders wenn es um so brisante Themen geht, wie die „Syrische Eröffnung“, ein besonders kluger Zug im Schachspiel. Und dann bleibt ja auch noch die Frage, wer eröffnet und wie dann konkret. In „Der Tag“ bei Florian Schwinn in „HR 2 Kultur“ - weiß nicht warum das Wort immer häufiger vorkommt, jedenfalls häufiger als Pausen und Werbeklipps es erwarten ließen: Das HR2-Kultur-Gewöhnungsprofil – Es ist Syrien, eindeutig, also der Diktator Asad, der eröffnete. Er war ja, wie sein Vater immer schon ein brutaler Diktator, wenn auch eine Zeitlang weniger, vielleicht nur solange er hoffen konnte, man würde Syrien die mit Besatzung belegten Golan Hights wiedergeben. Man vergisst solche Daten, ab wann etwa war für wen klar, dass Syrien sich weigern würde, dem sicheren Mantel des globalen Sicherheitsnetzwerks beizutreten - dem in der arabischen Region neben Saudi-Arabien, Ägypten und Israel die meisten Kleinstaaten bereits angehören, manche schon seit undenklichen Zeiten, ja schon vor der Gründung des Staates Israel. Ägypten kam da erst spät hinzu erst nach seinem „Sieg“ im Oktoberkrieg und der Inthronisierung Mubaraks. Aber ich komme ab, schon wieder dieses unsägliche Ägypten.
Um es mit Syrien und der Weisheit von „Der Tag“ und Florian Schwinn kurz zu machen. Man weiß nicht was Erdogan will, das erfahren wir – zu Recht - heute nicht: „Der Tag“. Vor Jahresfrist hat die Türkei sieben seiner Bürger verloren, unschuldig, unbewaffnet in internationalen Gewässern noch kreuzend. Von israelischen Luftkommandos angegriffen. Jetzt wird ein „unbewaffneter“ F-16-Fighter ebenfalls in internationalen Gewässern, vielleicht aber doch schon auf Syrischem Hoheitsgebiet angegriffen. Zwei Piloten verlieren ihr Leben.
Herr Schwinn sagt, der Angriff auf den F-16 wäre eine „Syrische Eröffnung“. Nun man fragt sich da natürlich sofort, war es nicht der israelische Angriff auf die Flottila, der dem türkischen Hündchen sagen sollte, wer hier gebietet? Natürlich ist das heute nicht mehr von Interesse. Aber man könnte meinen, jetzt folgt das Hündchen, und wird, oh Kismet, wieder bestraft. Diesmal eben sein Schicksal, der syrische Hund gibt nicht klein bei.
Jetzt muss man über den syrischen Hund sprechen und über unser deutsches Rechtsgefühl. Der Humboldt-Völkerrechtler weiß jedenfalls genau, wie unangemessen, “unverhältnismäßig“ der Abschuss des F-16 war, sitzt er doch in Berlin, und nicht in Damaskus, und in Berlin wird er, oh Glück, zur Zeit – Völkerrecht hin, Menschrechte her - nicht auf seinem Territorium von drei Himmelsrichtungen her angegriffen. Darf man denn dann auch als Diktator – und wie viele von denen waren schon und sind noch unsere Freunde – darf man als Diktator wenigstens so dumm sein und glauben, man wäre bedroht, wenn eine F-16 vor, – gut, wie schnell fliegt die eigentlich? – also über die Grenze fliegt?
Am deutlichsten ist eine freundliche Stimme aus Frankfurt, die von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, er bringt Fakten, die alle von einem unvorstellbaren Desaster sprechen, etwa 60 sogenannte Widerstandsgruppen, CIA-Personal, das bei Waffenlieferungen hilft, Saudi-Arabien und Qatar etc. rekrutieren, unterstützen Banden verschiedener Couleur. Es ist völlig unklar wie viele der „Widerstandsgruppen“ sich dem sicheren Mantel des westlichen Geheimdienstnetzes anschließen wollen. Unklar ist auch, wie viele es nicht wollen. Asad verfügt über ein bedrohliches Waffenarsenal. Was passiert, wenn ungeliebte Kräfte da dran kommen? Da ist es schon beruhigend – unser altlinker Friedensforscher, vertrauensvoll seine Stimme, er sagt es wenigstens, er mag den CIA auch nicht – aber, da ist es schon beruhigend zu wissen, dass der CIA da mitspielt, um ein noch größeres, ein Waffenarsenaldesaster zu verhindern.
Florian Schwinn und seine Experten sprechen von 10 bis 15 Jahren Desaster bei einer Entstaatlichung Syriens. Das Wort Israel ist in dieser Sendung nicht gefallen.
Heute am 28. Juni 2012 wird von Bombenanschlägen in Damaskus berichtet. AL-Ahram, Kairo, sagt laut AFP, es sei ein hoher Hamas-Funktionär getötet worden, Kamal Hussein Ghannaya. Stellungnahme von Ehud Barak, dem israelischen Verteidigungsminister über den Vorwurf, es handele sich um einen Anschlag des Mossad: „Not necessarily“ and „not one of the righteous persons“. Al-Jazeera spricht von: Two bombs, kein Wort von Hamas-Leader, kein Wort von Mossad.
Man möchte, wenn man es selbst noch genauer in Erinnerung hätte, den Herrn von HSFK bitten einmal die verschieden Issues von Foreign Affairs  von 1984 nachzulesen, und die einschlägige Literatur zumindest in England zur Kenntnis zu nehmen: Dort wird von strategischer Zerschlagung - Ethnisierung, Religionskonflikte, Grenzkonflikte - der Nationalstaaten der Region gesprochen, nur so sei ein Überleben Israels auf lange Sicht denkbar. Sicher, das ist lange her, als man noch offen über solche Fragen diskutierte, zu lange her!?
Amalso meldet sich demnächst mal wieder, wenn in Ägypten (ein Land mit einer großen christlichen Minderheit) offen gebombt wird, weil ja das neue Mursi-Regime - an dessen Sieg die meisten unserer Experten und NGOs so hilfreich mitgewirkt haben - ev. diplomatische Beziehungen zum Iran aufnehmen, und sich – wie schon angekündigt – mit Hamas versöhnen wird: with not the righteous persons! Und wie zynisch: Immer wird man mit dem Finger deuten, auf die verhasste Armee des Pharaos, ist sie nicht bereit mitzuspielen? Auch das Mitspielen wird ihr nicht helfen, sie ist der einzige noch übrig-gebliebene Sicherheits- und Ordnungsfaktor in diesem Land.
However, der Führer der Gamaat al-Islamiyya (man erinnere sich an die Luxor-Anschläge mit vielen toten Touristen), der vom Gefängnis ins Parlament gehievt wurde, fliegt jetzt mit einem offenen, offiziellen amerikanischen Visum nach Washington. Kommentar einer Stellvertreterin Hillary Clintons im State Department: Die Zeiten haben sich eben geändert.
Es ist, als würde das „Empire“ von Trotzky und seiner Idee von der stillen, permanenten Revolution regiert.
Schönes Schwimmen und guten Fußball! Besser als an sowas denken zu müssen?

(Amalso)

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